Kolonkarzinom, Rektumkarzinom

Darmkrebs

Unsere Versorgung am Alexianer Klinikum Hochsauerland steht für eine moderne, interdisziplinäre und patientenzentrierte Versorgung von Menschen mit Darmkrebs. Eingebettet in das umfassende medizinische Leistungsspektrum des Klinikums mit seinen zahlreichen spezialisierten Fachabteilungen, bündeln wir unsere Expertise, um Diagnostik, Therapie und Nachsorge auf höchstem Niveau zu gewährleisten.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Czymek erfolgt die operative Versorgung erkrankter Patientinnen und Patienten. Die chirurgische Koordination übernimmt Alexandru Boboc, Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie, die gastroenterologische Koordination liegt bei Dr. Peter Klauke, Oberarzt

der Klinik für Gastroenterologie und Innere Medizin. Wir befinden uns im strukturierten Aufbau eines Darmkrebszentrums zur Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft und OnkoZert, die für das Jahr 2027 angestrebt wird. Die wesentlichen personellen und strukturellen Voraussetzungen hierfür sind bereits etabliert.

Jährlich werden am Standort Arnsberg-Hüsten mehr als 70 Krebsoperationen am Dick- und Mastdarm durchgeführt.

Grundlage unseres Behandlungserfolges ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Klinik für Onkologie (Chefarzt Dr. M. Wattad), den gastroenterologischen Kliniken am Karolinenhospital Hüsten (Chefärtztin Dr. med. K. Deschka) und am St. Walburga-Krankenhaus Meschede (Chefarzt Dr. med. G. Köhne) sowie der Strahlentherapiepraxis Radiox (Dr. M. Bieker). Die radiologische Diagnostik erfolgt in der Klinik für Radiologie (Chefarzt Dr. med. A. Ranft) mit moderner Schnittbildgebung einschließlich spezialisierter MRT-Protokolle zur präzisen Stadieneinteilung des Rektumkarzinoms. Die histopathologische Diagnostik und Qualitätssicherung erfolgt in enger Kooperation mit dem Institut für Pathologie der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von Frau Prof. Dr. med A. Tannapfel.

Alle Patientinnen und Patienten werden in unseren zweimal wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenzen vorgestellt. Hier legen erfahrene Expertinnen und Experten gemeinsam ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept fest. Ergänzend unterstützt unsere Onkolotsin Frau Ehlers die Betroffenen umfassend bei der Terminorganisation sowie bei organisatorischen Fragen vor und nach dem stationären Aufenthalt. Eine psychoonkologische Mitbetreuung wird regelhaft angeboten.

Seit Anfang dieses Jahres haben wir ein multimodales perioperatives Behandlungskonzept im Sinne eines optimierten Behandlungspfades etabliert (ERAS). Dieser umfasst eine strukturierte präoperative Vorbereitung mit Ernährungsscreening, gezielten Bewegungs- und Atemübungen sowie postoperativ eine multimodale Schmerztherapie, frühzeitige Mobilisation und ein beschleunigter Kostaufbau. Ziel ist eine schnellere funktionelle Erholung bei gleichzeitig hoher Behandlungssicherheit und möglichst kurzer stationärer Verweildauer.

Wir verbinden medizinische Expertise, moderne Infrastruktur und persönliche Begleitung — mit dem klaren Anspruch, Patientinnen und Patienten in jeder Phase ihrer Erkrankung kompetent und verlässlich zu betreuen.

In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass begleitend zum operativen Eingriff der Allgemeinzustand und die Anpassung von Lebensgewohnheiten in der Phase direkt um die Operation einen positiven Effekt auf das Ergebnis ausüben.

Mit spezialisierten Pflegekräften wird zu Behandlungsbeginn die Ausgangssituation mit Ihnen erläutert, Empfehlungen zur Bewegung, zur Reduzierung von Schadstoffen wie Alkohol und Nikotin ausgesprochen, die Einstellung der Ernährung gegebenenfalls mit Nahrungsergänzungsmitteln optimiert. Dieser Prozess reicht über die Operation hinein in den stationären Ablauf.

„Mit einer Darmspiegelung (Koloskopie) kann Krebs nicht nur erkannt, sondern auch verhindert werden!!! Dieses ist möglich, in dem die Vorstufen des Tumors (so genannte Adenome) während der Darmspiegelung entfernt werden. Über Ansprechpartner, die Koloskopien anbieten (gastroenterologische Kooperationspartner) informiert Sie Ihre Hausärztin/ Ihr Hausarzt.

Ab dem 50. Lebensjahr (Männer) und ab dem 55. Lebensjahr (Frauen) wird eine Vorsorgekoloskopie von Ihrer Krankenkasse bezahlt und sollte nach 10 Jahren wiederholt werden.

Ein Test auf Blut im Stuhl („Testbriefchen“) ist auch bei mehrmaliger Anwendung sehr viel ungenauer und in der Aussage schlechter.

Selbstverständlich werden Koloskopien bei allen Patienten jederzeit durchgeführt, wenn Symptome einer Darmerkrankung aufgetreten sind (z. B. Blut im Stuhl, Darmverschluss, Verstopfung usw.).

Die Diagnose Darmkrebs wird durch eine mikroskopische Untersuchung (Histologie) nach Gewinnung einer Gewebeprobe aus dem Darm (Koloskopie) gesichert. Steht die Diagnose fest, wird eine Check von Bauchraum, Leber und Lunge sowie eine Blutabnahme durchgeführt, um weitere Tumorherde auszuschließen.

Für diese weitere Diagnostik stehen im Klinikum alle notwendigen modernen Untersuchungsgeräte und Untersuchungsmethoden zur Verfügung (Labor, Ultraschall, Computertomografie, Magnetresonanztomografie, Feinnadelpunktion, Durchleuchtung usw.). 

Nach Abschluss der Untersuchungen werden die Ergebnisse in der interdisziplinären Tumorkonferenz (zur Zeit Mittwochs 14:00 Uhr) vorgestellt und von den Experten der verschiedenen Fachrichtungen (Gastroenterologie, Radiologie, Chirurgie, Strahlenheilkunde, Onkologie, evtl. Hausarzt) diskutiert. So wird sichergestellt, dass die neuesten und besten Behandlungsmethoden bei dem jeweiligen Patienten angewendet werden, jeder Patient also eine individuelle Therapie erhält.

In der Tumorkonferenz erfolgt eine erneute Vorstellung, wenn der Therapieplan aktualisiert werden muss, z. B. nach einer Operation, nach Abschluss einer Strahlen- oder Chemotherapie oder bei Auftreten von Metastasen.

Die Therapie bei Darmkrebs erfolgt in unserer Klinik nach modernsten Gesichtspunkten. Die Operationen werden in der Regel laparoskopisch, also mit sehr kleinen Schnitten im Bauch vorgenommen. Durch die gute Sicht auf alle Details, erfolgt die Operation sehr genau und schonend. Dadurch blutet es während der Operation sehr wenig und es sind kaum Blutübertragungen notwendig. Der Umfang der Operation (vollständige Entfernung der Tumore und der zugehörigen Lymphknoten) ist auch bei der laparoskopischen Operation voll gewährleistet. Auch die Erholung nach der Operation findet durch das minimalinvasive Vorgehen wesentlich schneller statt, unter anderem, weil nur geringe Schmerzen auftreten. Schon am Tag der Operation kann die erste leichte Mahlzeit (Joghurt) eingenommen werden. Wenn keine Probleme auftreten, dauert der postoperative Aufenthalt bei uns etwa eine Woche.

Um die Organisation der weiteren Behandlung, egal ob Chemotherapie, Rehabilitation oder beim Hausarzt kümmern wir uns selbstverständlich bereits auf Station, so dass Sie immer über die nächsten Schritte Bescheid wissen und bei Entlassung alles für Sie in die Wege geleitet ist.

Die Tumornachsorge wird durch unsere Klinik organisiert. Sie werden angeschrieben und erhalten ein Formular, auf dem die notwendigen Untersuchungen verzeichnet sind. Dieses Formular nehmen Sie mit zu Ihrem behandelnden Arzt, der die Untersuchungen durchführt und uns das ausgefüllte Formular zurücksendet. Wir bitten Ihre Hausärztin/ Hausarzt, dieses Tumornachsorgeformular mit Ihnen auszufüllen und an uns zurückzusenden, um den Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft an ein Darmkrebszentrum gerecht zu werden. So sind Sie auch nach der Behandlung bei uns gut versorgt und eventuelle Auffälligkeiten können schnell und sicher erkannt und behandelt werden.